Spirituelle Heilung

 

Die Wendung des Blickes ist grundlegend. Sie macht aus einem Gegeneinander ein Miteinander. Schaut der Mensch wie gewohnt auf die Lebendigen der geistigen Welt, dann steht er ihnen gegenüber; dort möchte er hin, an ihren Segnungen möchte er teilhaben. Er erlebt sich noch als außerhalb, ist draußen.


Die Wendung des Blickes ändert dies alles. Denn der Mensch schaut jetzt wie sie und fühlt und handelt irgendwann wie sie, die da noch unsichtbar um ihn sind. Das Bewußtsein, getrennt vom Leben zu sein, löst sich allmählich auf.


Dieser Perspektivwechsel stößt einen lebensverändernden Prozeß an. Nun wird die Übung konkreter. Am Beginn steht die Erkenntnis, daß unsere körperlichen Sinne, vor allem die Augen, uns kein zutreffendes Bild der Realität vermitteln. Um der Wahrheit näher zu kommen, müssen sich die inneren Augen und Ohren öffnen. Dadurch werden die Begrenzungen der gewohnten Wahrnehmung überschritten - das Thema der Bewußtseinserweiterung. Das gilt es in einem Übungsprozeß zu erlernen, der sehr individuell den einzelnen Teilnehmer im Blick hat. Schauen wir anders, dann erleben wir anders, dann sind wir ein Anderer. Der neue Mensch kommt in den Blick.


Dieses Geschehen der Umkehr beantwortet zugleich die Frage nach der spirituellen Heilung. Sie ist nichts vom Geschehen der Veränderung Getrenntes, sondern deren integraler Bestandteil. Der Prozeß bewirkt die Heilung, mehr noch: er ist die Heilung, weil der göttliche Geist keine Krankheit kennt. Die Wiedervereinigung mit diesem Geist läßt uns das strahlende Licht inmitten dunkelster Nacht sehen.


Und sie erweckt die Fähigkeit, auch das anzunehmen, was nicht unseren menschlichen Wünschen entspricht. Denn das Licht verläßt uns nicht. Wie könnte es auch, wo wir doch geliebt sind!


Im Zentrum der gemeinsamen Arbeit steht daher ein neues Bewußtsein, weniger irgendwelche Methoden. Denn nicht der Mensch heilt, göttliches Bewußtsein ist und bewirkt die Heilung.